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Die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Begegnung in Oberschwaben“ ist seit ihrer Gründung im Jahr 1980 bestrebt, die Begegnung und den Dialog zwischen Juden und Christen zu fördern. Neben der religiös-kulturellen Basis sehen wir unsere Aufgabe aber auch darin, aktuelle gesellschaftliche Probleme, die diesen Themenkreis tangieren, anzusprechen und gegebenenfalls gegenzusteuern.

Wir sind mit nahezu 90 Schwestergesellschaften über unseren Dachverband, den „Deutschen Koordinierungsrat“ (DKR), in Kontakt. Über 20.000 Mitglieder, Freunde und Förderer bilden auf diese Weise ein deutschlandweites Netzwerk.

Was wir wollen

Begegnungen ermöglichen

  • Wir sind offen für Menschen verschiedener Weltanschauungen und wollen die Begegnung und ein vertieftes Verständnis von Christen und Juden ermöglichen.
  • Wir unterstützen seit Jahrzehnten den Schüleraustausch zwischen Ravensburg/Weingarten und Nahariya (Israel) und fördern so das Kennenlernen von deutschen und israelischen Jugendlichen.
  • Wir möchten junge Menschen in Deutschland und Israel ermutigen, sich mit der Lebenswelt des jeweils anderen vertraut zu machen.
  • Wir treten ein für die Pflege intensiver, von freundschaftlicher Verbundenheit geprägter Beziehungen zu Israel unter Anerkennung des Rechts auf Leben und freie Entfaltung für alle dort lebenden Bevölkerungsgruppen.

Erinnerung wachhalten

Wir wissen um die von Deutschen und in deutschem Namen betriebene Vernichtung jüdischen Lebens in der Zeit des Nationalsozialismus und stellen uns der bleibenden Verantwortung, an das unsägliche Leid der Juden im Dritten Reich zu erinnern. Angesichts des wieder aufflammenden Antisemitismus in Europa empfinden wir mehr denn je eine Verpflichtung, mit der Shoa verbundene Themen in unser Veranstaltungsprogramm einzubringen. Denn Zukunft lässt sich nur auf der Basis der Erinnerung aufbauen.

Visionen realisieren

Wir sehen unsere Aufgabe darin, für die Anerkennung elementarer Menschenrechte einzutreten, Vorurteile jeglicher Art zu überwinden und eine menschenwürdige Zukunft für alle mitzugestalten.
Wir wenden uns deshalb entschieden gegen
  • Diskriminierung einzelner und ganzer Gruppen aus weltanschaulichen, religiösen oder ethnischen Gründen
  • Vorurteile, religiöse Intoleranz und weltanschaulichen Fanatismus
  • Fremdenfeindlichkeit und menschenverachtende extremistische Weltanschauungen
  • alle Formen der Judenfeindschaft, des religiösen Antijudaismus und des politischen Antisemitismus

Verständnis wecken

Unser Angebot ist offen für alle, die sich für die genannten Ziele und Aufgaben einsetzen möchten. Für unsere Veranstaltungen gewinnen wir namhafte Experten verschiedenartiger religiöser, kultureller und wissenschaftlicher Prägung.
Wir bemühen uns um ein möglichst breites Spektrum an Begegnungen. Hierzu bieten wir Vorträge, Lesungen, Thoralernwochen, Exkursionen, Filmabende sowie literarische und musikalische Veranstaltungen an.
Der thematische Schwerpunkt liegt in der Geschichte, Lebenswelt und Religion des Judentums als Fundament für den christlichen Glauben und die Kultur unseres Landes. Auf diese Weise bereiten wir den Boden für einen christlich-jüdischen Dialog.

Der Vorstand



Der Vorstand bei der Exkursion nach Speyer vor der neuen Synagoge Beith-Schalom (Haus des Friedens) im April 2017.
Er setzt sich aktuell wie folgt zusammen (v.l.n.r):
  • Edwin Schulz, evangelischer Vorsitzender und Schriftführer
  • Michael Hammer, Websitebetreuung und Beisitzer
  • Anne-Elisabeth Klenota, Beisitzerin
  • Werner Wolf, katholischer Vorsitzender
  • Ursula Wolf, Geschäftsführerin
  • Heide-Marie Simon, Schatzmeisterin
  • Frank Jacoby-Nelson, erster und jüdischer Vorsitzender

Wie alles anfing...

1948 – drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung der Überlebenden aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern – trafen sich in Stuttgart, München und Wiesbaden engagierte Frauen und Männer, Juden wie Christen, um einen bedeutenden Schritt in die Zukunft zu wagen; sie wollten dem menschenverachtenden Ungeist des Nationalsozialismus und einer jahrhundertelang geübten Judenfeindschaft in den christlichen Kirchen eine Gesellschaft entgegensetzen, deren Leitidee die Vision eines neuen Miteinanders von Juden und Christen war. Damit sich die Katastrophe des millionenfachen Mordes an den Juden Europas nicht wiederholt, arbeitete diese neue Vereinigung von Anfang an für ein besseres Verständnis von Juden und Christen, gegen das Vergessen und für das Kennenlernen des „unbekannten“ Judentums. Ein Jahr später wurde die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ in Berlin und Frankfurt offiziell gegründet.

In den Anfangsjahren bildeten sich einzelne Ortsgruppen vor allem in den Großstädten, doch erreichte die Strahlkraft der neuen Idee mehr und mehr auch die Provinz. 1977 fielen Ostern und Pessach kalendarisch zusammen, und aus diesem Anlass veranstaltete die Katholische Akademie in Weingarten eine Tagung zum Thema „Jesus von Nazareth zwischen Christen und Juden“ mit hochkarätigen Referenten. Eine der Hauptreferenten war Dr. Pnina Nave-Levinson, die Frau des badischen Landesrabbiners Dr. Nathan Peter Levinson, deren Vortrag einen starken Eindruck hinterließ.

Aus dieser Tagung heraus entstand der Wunsch, auch im Raum Oberschwaben die christlich-jüdische Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. Die Koordination übernahm Prof. Dr. Peter Schmidt (PH Weingarten). Noch im selben Jahr, im Juni 1977, fand eine Versammlung statt, die einmütig die Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft für christlich-jüdische Begegnung in Oberschwaben“ beschloss – so der erste Name der neuen Gruppierung, in der von Anfang an katholische wie evangelische Persönlichkeiten vertreten waren.

Gründungsmitglieder waren Pfarrer Paul Steinhart für die Katholische Akademie, Prof. Wolfgang Marcus und Otto Wallner (PH Weingarten), H. Ebser, der evangelische Pfarrer Paul Dieterich, Abt Dr. Adalbert Metzinger OSB für das Kloster Weingarten, das Ehepaar Stumpp, Sr. Seehtaler vom Kloster Kellenried sowie das Ehepaar Irmintraut und Peter Schmidt. Die Koordination verblieb bei Prof. Dr. Peter Schmidt.

Nach einer gelungenen Konsolidierungsphase mit herausragenden Referenten, der beeindruckenden Martin-Buber- Ausstellung 1979 in der Brotlaube in Ravensburg und vielen weiteren Aktivitäten erfolgte schließlich 1980 die Gründung des gemeinnützigen eingetragenen Vereins mit Dr. Peter Schmidt und Pfarrer Paul Dieterich als erstem und zweitem Vorsitzenden, nun mit dem bis heute gültigen Namen „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Begegnung in Oberschwaben, Sitz Ravensburg“.

Begegnung statt Zusammenarbeit?

Weshalb trägt die oberschwäbische Gesellschaft nun nicht, wie alle anderen Gesellschaften im Dachverband, den Begriff „Zusammenarbeit" im Namen, sondern „Begegnung"? Prof. Dr. Peter Schmidt schreibt dazu rückblickend im Juli 2017:

„Es geht um den Sinn, den wir „Begegnung“ damals beilegten. Für Informierte und Engagierte der damaligen Zeit auf dem Felde christlich-jüdischer Zusammenarbeit konnte die Wahl von „Begegnung“ im Gegensatz zu allen anderen Gesellschaften, die sich „Zusammenarbeit“ als Vereinsziel setzten, nur auf den deutsch-jüdischen Philosophen, Religionswissenschaftler, Soziologen und grandiosen Bibelübersetzer Martin Buber verweisen. Wir wurden vom Generalsekretär des Dachverbandes, Zink, auch beim Prozeß der Anerkennung der Satzung durch den Dachverband darauf hingewiesen, bestanden jedoch auf dieser Firmierung und sie wurde, auch von der Stuttgarter Gesellschaft, die damals mit uns in engster Verbindung stand, akzeptiert. Daher auch die große Martin Buber Ausstellung in Ravensburg kurz nach der Gründung, daher Vorträge von Landesrabbiner Dr. Nathan Peter Levinson, unserem „Gründungsvater“ von jüdischer Seite, Pfarrer Dieterich, Wolfgang Marcus und mir über Buber. (..)
Und von hierher war klar, dass „Begegnung“ auf ein anzustrebendes Ziel verwies, auf eine weitaus anspruchsvollere Weise des miteinander Umgehens als „Zusammenarbeit“. Es ging uns um Dialog auf Augenhöhe zwischen Christen und Juden, nicht um die Schaffung eines christlichen Vereins zum Kennenlernen des Judentums, wie einmal der als Generalsekretär des Dachverbandes eine Zeit lang wirkende (evgl.) Pfarrer Schenk vorschlug, oder um die Schaffung einer deutsch-israelischen Gesellschaft, so sehr diese auch ihre Berechtigung hat. Daher begann unsere Arbeit in den Räumen der Kath. Akademie mit einem Vortrag der hochgelehrten Schwester Maria Benedicta Ströle OSB, Kellenried, über Psalmen. Wie die Arbeit unserer Gesellschaft durchgängig zeigt, wie Klaus Berger einmal hier theologisch lichtvoll ausführte und die Arbeit des Denkendorfer Kreises mit Pfarrer Metzger voran über die Jahrzehnte hinweg dokumentiert, bedeutet das selbstredend auch Anerkennung, mutiges Eintreten für und Stützung „Israels“ - was auch in der Präambel unserer Gesellschaft steht."


Die CJB ist heute eine von über 80 Gesellschaften mit insgesamt mehr als 20 000 Mitgliedern, Freunden und Förderern, die im „Deutschen Koordinierungsrat“ (DKR) zusammengeschlossen sind; alle gemeinsam bilden eine der größten Bürgerinitiativen in Deutschland.

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